Lehrlings-Recruiting: Einblicke in das Erfolgsrezept von OTTO

Gepostet in Recruiting von Auszubildenen am 17. SEPTEMBER 2024

Seit 2020 untersucht die STARTKLAR Schülerstudie in Kooperation mit Potentialpark, wie Unternehmen effektiv mit jungen Talenten kommunizieren sollten. Dabei wird herausgearbeitet, welche Firmen besonders gut auf die Bedürfnisse der jungen Zielgruppe eingehen. Themen wie die Wahl der passenden Kommunikationskanäle und die richtige Ansprache stehen im Vordergrund.
OTTO ist eines der größten E-Commerce-Unternehmen in Europa und Teil der Otto Group, die weltweit tätig ist. Gegründet 1949 als Versandhandelsunternehmen, hat OTTO seinen Hauptsitz in Hamburg und hat sich seitdem zu einem führenden Online-Händler entwickelt. Das Unternehmen bietet eine breite Palette von Produkten an, darunter Mode, Möbel, Elektronik und Haushaltsgeräte. Es zeichnet sich durch seine Nachhaltigkeitsstrategien und soziale Verantwortung aus.
Neben seinem starken E-Commerce-Geschäft engagiert sich OTTO auch im Ausbildungsbereich und bietet jungen Menschen zahlreiche Möglichkeiten, in kaufmännischen Berufen, IT-Berufen und dualen Studiengängen auszubilden. Aktuell beschäftigt das Unternehmen etwa 400 Auszubildende und duale Studierende, die in verschiedenen Bereichen des Unternehmens tätig sind. Die Ausbildung bei OTTO umfasst eine umfassende Betreuung, inklusive Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen im Unternehmen.
Das OTTO-Modell beruht stark auf digitalen Formaten. Dabei bietet das Unternehmen eine Vielzahl von Kanälen, die sowohl die persönliche als auch die digitale Interaktion zwischen potenziellen Bewerber und aktuellen Azubis ermöglichen. Ein Beispiel ist das Format „Digitale Limo“, bei dem Schüler sich virtuell mit Azubis austauschen und dabei einen tiefen Einblick in die Arbeitswelt bei OTTO bekommen. Hier liegt der Fokus darauf, Schüler die Hemmschwelle zu nehmen, indem sie ihre Fragen direkt an Menschen stellen können, die bereits in ihrer Wunschposition sind. Dies ist besonders wirkungsvoll, weil es authentisch ist und den Jugendlichen hilft, realistische Erwartungen zu entwickeln. Diese Maßnahmen lassen sich leicht auf andere Ausbildungsbetriebe übertragen und bieten eine effektive Möglichkeit, die Attraktivität der eigenen Ausbildungsangebote zu steigern.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die authentische Kommunikation. OTTO setzt auf die direkte Einbindung ihrer Auszubildenden in den Rekrutierungsprozess, um eine authentische Sichtweise auf die Ausbildung im Unternehmen zu bieten. Dadurch wird nicht nur Vertrauen aufgebaut, sondern auch eine Art Peer-to-Peer-Marketing etabliert, das Schüler in ihrer Entscheidungsfindung unterstützt
Das Ziel von Otto ist es, jungen Talenten frühzeitig einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Berufsbilder zu geben, den Bewerbungsprozess transparent zu machen und die Berufe erlebbar zu gestalten.
Ein weiteres Beispiel dafür ist der OTTO-Zukunftsabend, der als Online-Event durchgeführt wird. Dieses Format inkludiert spezielle Sessions für Eltern und Lehrkräfte. Zudem bietet OTTO 1:1-Videogespräche mit aktuellen Azubis und dual Studierenden an, um den Bewerbungsprozess so transparent wie möglich zu gestalten. Wer lieber schriftlich kommunizieren möchte, hat die Möglichkeit, über WhatsApp Fragen zu stellen und erhält umgehend eine Antwort.
In der heutigen Bewerberlandschaft stehen Unternehmen wie OTTO nicht nur in Konkurrenz zu anderen Ausbildungsbetrieben, sondern auch zu Hochschulen. Gerade Abiturient werden immer häufiger vor die Wahl gestellt, ob sie den Weg eines Studiums oder einer Ausbildung einschlagen sollen. OTTO bietet hier ein breites Spektrum an Möglichkeiten für alle Schulabschlüsse, von kaufmännischen und IT-Ausbildungen bis hin zu dualen Studiengängen. Diese dualen Studienangebote sind besonders attraktiv für diejenigen, die neben der Theorie auch praktische Berufserfahrung sammeln wollen. OTTO setzt in der Kommunikation gezielt auf Erfahrungsberichte der dual Studierenden, da diese einen authentischen Einblick in den Ausbildungsalltag geben und oft überzeugender wirken als theoretische Beschreibungen.
Besonders interessant ist dabei das neue Modell der studienintegrierenden Ausbildung im Bereich Informatik, das ab August 2021 angeboten wird. Hierbei haben Auszubildende die Möglichkeit, innerhalb von vier Jahren sowohl eine Ausbildung zum Fachinformatiker in Anwendungsentwicklung als auch einen Bachelor in Informatik zu absolvieren. Dieses Modell verbindet Lernen im Unternehmen, in der Berufsschule und an der Hochschule und bietet eine flexible Option, ohne dass sich die Auszubildenden zu Beginn festlegen müssen. Es stellt eine spannende Perspektive für zukünftige Tech-Talente dar, die sowohl praktisch als auch akademisch ausgebildet werden möchten.
Ein weiteres Thema ist der Umgang mit Studienabbrechern. Zwar gibt es bei OTTO keine spezifischen Programme für diese Gruppe, aber das Unternehmen stellt regelmäßig Studienabbrecher ein und schätzt deren Motivation und Reflektionsvermögen. Oft haben sich diese jungen Menschen intensiv mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandergesetzt und nach Alternativen zum Studium gesucht, was sie zu wertvollen Mitgliedern der Azubi-Community macht. Im Onboarding-Prozess werden sie wie alle anderen Auszubildenden behandelt, was die vielfältige und diverse Azubi-Gemeinschaft bei OTTO unterstreicht.
Authentizität und Ehrlichkeit sind im Azubimarketing von größter Bedeutung. Es ist wichtig, die Zielgruppe auf Augenhöhe zu erreichen, transparent zu sein und die Kommunikation persönlich zu gestalten. Die Bedürfnisse und Fragen der jungen Menschen sollten ernst genommen werden, um sie bestmöglich in dieser entscheidenden Phase ihrer Berufsfindung zu begleiten.

Das OTTO-Azubi-Recruiting-Modell zeigt, wie man durch gezielte Maßnahmen eine starke Verbindung zu jungen Talenten aufbauen kann. Besonders die Integration digitaler Formate in Kombination mit authentischer Kommunikation bietet viele Vorteile. Unternehmen, die auf ähnliche Strategien setzen, können ihre Reichweite erhöhen, ihre Attraktivität als Ausbildungsbetrieb steigern und ihre Azubis langfristig binden. Zudem schafft das Modell eine Kultur der Transparenz und des Vertrauens, die bei potenziellen Bewerber gut ankommt. Langfristig zahlt sich die Investition in digitale Kanäle und authentische Kommunikation durch ein stabiles und engagiertes Team aus
Schritt 1: Analyse der Zielgruppe
Schritt 2: Aufbau digitaler Formate
Schritt 3: Einbindung der Azubis als Markenbotschafter
Schritt 4: Optimierung der Karriereseite
Schritt 5: Feedback-Schleifen einrichten
https://recruiting.ausbildung.de/blog/best-practice-azubirecruiting-otto
https://www.saatkorn.com/die-startklar-studie-2023-ist-da/
https://recruiting.ausbildung.de/azubi-recruiting